Kriterien, die das Spiel beeinflussen
Die folgenden Kriterien beeinflussen das Spiel:
- Die Spieleranzahl
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer Spieler ein besseres Blatt als Du hat, ist bei mehr Leuten am Tisch größer als bei weniger Spielern. Bei mehr Leuten steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die anderen Spieler beim Flop vorteilhaftere Blätter ergattern. Mehr Spieler bedeuten, größere Konkurrenz!
- Wie risikofreudig sind Deine Pokerpartner
Spätestens dann, wenn Du einige Runden mit den Gegnern gespielt hast, hast Du vielleicht gemerkt, dass einer von ihnen andauernd vor dem Flop raist. Lass ihn den Blind gewinnen und kriege ihn, indem Du wieder erhöhst, wenn Du einen zünftigen Pre-Flop erzielt hast.
- Dein Kontostand
Falls Dein Geld knapp ist, solltest Du besonders überlegt spielen. Wiederum kannst Du es Dir nicht gestatten zu lange Dir Zeit zu lassen, da die Blinds Deine Chips nach und nach „auffressen“. Deine Chance besteht darin, gute Karten zu ergattern und zu hoffen, dass viele Spieler in der Runde spielen. Es wäre natürlich ideal, wenn alle Gegner immer noch im Spiel wären, wenn der Flop kommt – Du könntest dringend ihre Chips gebrauchen!
- Deine Tischposition
Spieler , die später an der Reihe sind haben die größten Chancen die Größe des Pots zu beeinflussen, weil sie mehr Anhaltspunkte für Entscheidungen besitzen, als die Spieler, die früher an der Reihe sind.
- Deine Risikobereitschaft
Der Spiel-Verlauf ist auch davon abhängig, was für ein Spielertyp Du bist und welchen Spielstil Du hast. Die Spieler, die auf einen größeren Pot hoffen, werden wiederkehrend schon vor dem Flop risikofreudiger sein und raisen, besonders, wenn sie an einer späten Position sind.
Wann lohnt sich zu raisen?
Leider gibt es keine handfeste Antwort auf diese Frage. Du kannst Dir ansehen, wie Deine Gegner einen Einsatz von Dir beurteilen. Ein Einsatz bedeutet entweder:
a) ”Ich habe die besten Karten und werde darauf setzen” oder,
b) ”Du hast schlechte Karten, und sobald ich ausreichend Geld setze, werde ich Dich dazu bringen zu passen.”
Üblicherweise setzt man, wenn man ein gutes Blatt hat. Von einem Spieler mit schlechten Karten wird erwartet, dass er seine Karten ablegt.
Leider ist es de facto nicht so unkompliziert. Die meisten Deiner Gegner werden hin und wieder diese Regel nicht berücksichtigen und werden versuchen zu bluffen. Versuche, nicht in diese Falle zu geraten, wenn Du Texas Hold’em Poker gerade noch lernst. Wenn Du zu oft foldest, oder im Gegenteil: nie, werden es Deine Gegner leicht haben, Dich zu lesen. Die Taktik: setzen, wenn man ordentliche Karten hat, folden, wenn der Gegenfall auftritt, sollte schon angewendet werden. Du sollst jedoch nicht unentwegt so spielen. Vielmehr musstt Du danach streben, Deine Spieltaktik gelegentlich zu verändern, um für die anderen Spieler rätselhaft zu bleiben.
Unten führen wir Situationen auf, welche Dir dabei behilflich sein werden Deinen Spielstil auszubessern.
Beispiel 1: Die Blind stehlen
Falls Du den Croupier Button hast und außer Dir nur zwei Leute im Spiel geblieben sind, die SB und BB setzen, Du jedoch weiter erhöhst bezeichnet man diesen Schritt als „Blind Stealing“. Es besteht die Möglichkeit, dass Deine Konkurrenten daraufhin ihre Karten ablegen werden. Falls Du Dich in so einer Situation nur für einen Call entscheidest, besteht das Risiko, dass Deine Gegner checken, um mehr Karten für ein bestmögliches Blatt zu ergattern. Dieser Trick wird Dich bestimmt nicht vermögend machen. Vielmehr ist es nur eine Methode, die letzte Runde schnell zu beenden, um nachfolgend ein neues mit mehr Leuten zu beginnen.
Beispiel 2: Den Einsatz erhöhen und den Pot klauen (“The steal-raise”)
Falls Du der letzte an der Reihe bist und alle Konkurrenten sich für Check entschieden haben, könntest Du erhöhen. Dadurch werden vermutlich viele Spieler dazu gebracht, zu folden und wenn Du Glück hast, werden das sogar alle. Somit hättest Du den Pot erfolgreich „geklaut“. Benutze diesen Trick nicht zu häufig, weil erfahrene Spieler Dich enträtseln werden und mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Dir checken oder sogar selbst raisen. “Steal-raise” benützt man mit größter Wahrscheinlichkeit auf Erfolg mit einer guten Hand. Es wäre gut zu wissen, ob Deine Gegner einen aggressiven oder ehe einen passiven favorisieren, ehe Du diesen Trick anwendest.
Beispiel 3: Der “Check-Raise”
Du kannst Deine Konkurrenten zu check – raisen, wenn Du ihnen ein wenig Geld aus der Tasche ziehen möchtest. Bei einem Check-Raise checkt man zuerst selbst, um dann zu erhöhen, nachdem einer gesetzt hat. Das Ziel dieser Vorgehensweise ist es, mehr Geld in den Pott zu erhalten. Diese Strategie eignet sich generell besser für das Limit als für No-Limit Spiel. Dein Ziel ist es, Deine Gegner auf die falsche Fährte zu locken, nämlich, dass Du die besten Karten hast. Deine Gegner machen vielmehr dann mit, wenn sie schon Chips in den Pot gelegt haben.
Beispiel 4: “Der Eröffner”
Dieser freche Zug wird immer wieder von bluffenden Spielern verwendet. Sind sie an der frühen Position, bringen sie ihre Gegner mit einem ordentlichen Raise dazu, noch mal zu bieten. Der Plan hinter diesem Schritt besteht darin, die Anzahl der Gegner, die um den Pot kämpfen, zu reduzieren. Dabei handelt es sich um einen umgedrehten “Steal-raise”. Ein Raise wird definitiv dazu führen, dass viele Spieler ihr Blatt niederlegen. Diejenigen Spieler, die übrig bleiben, gehören zu den risikofreudigen, die sicherlich über ein gutes Blatt verfügen.